30 Apr 2018;
Unterrichstfrei
11 Mai 2018;
Unterrichstfrei
14 Mai 2018;
Schüleraustausch Boras
21 Mai 2018;
Pfingstferien
 

Hej - wir waren in Schweden!

Kaum zu glauben, wir sitzen tatsächlich in einem Flieger nach Schweden! Endlich war es am 3. Oktober 2017 so weit. Die Idee zu einem Austausch mit schwedischen Schülern der Erikslundskolan in Borås entstand bereits im Schuljahr 2016/17. Frau Hufnagel baute mit ihrer Klasse 7Spr den Kontakt zur 7-9c mit ihrer Lehrerin Linda Tiger auf und durch Videobotschaften und Briefwechsel kamen sich die Schüler näher. Man lernte sich kennen und entschied gemeinsam, einen Schüleraustausch zu wagen.

Und dieser begann in Straubing mit einer Schulhausübernachtung vom 2.10. auf den 3.10.17. Abends trafen sich die Schüler der jetzigen 8Spr mit ihren Lehrern Frau Hufnagel und Herrn Penzkofer. Herr Geisperger, der uns auch nach Schweden begleitete, und Frau Prechtl waren ebenfalls mit dabei. Zunächst wurde lecker gekocht und gegessen. Nach dem Abendessen ging es zügig in die Schlafsäcke, denn unser Wecker sollte uns am Dienstag um 4.00 Uhr bereits aus dem Schlaf wecken.
Entsprechend müde erreichten wir den Flughafen. Dort konnten wir nach kurzer Wartezeit den Flieger nach Göteborg besteigen. Wirklich faszinierend am Flug war, dass wir bei richtigem Sauwetter starteten und 15 Minuten später über den Wolken im schönsten Sonnenschein flogen. Wer da nicht an den bekannten Song von Reinhard Mey denkt…
Spannend war der Flug auf jeden Fall, da es für viele auch das erste Mal Fliegen war. Nach eineinhalb Stunden landeten wir am Landvetter-Airport in Göteborg, wo wir von den Schulleitungen der Partnerschule mit drei PKWs abgeholt wurden und zu unserer Herberge neben der Schule gebracht wurden.

Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten, wurden wir in der Erikslundskolan offiziell begrüßt und gleich zum Mittagessen eingeladen. Anschließend hatten wir den Nachmittag zu unserer freien Verfügen, an dem wir dann bei Nieselwetter eine kleine Wanderung in der Umgebung unternahmen. Wald, Hügel, Ruhe,… gleich neben der Stadt Borås. Schweden wie aus dem Bilderbuch. Borås selbst ist eine der größeren Städte des Landes mit ca. 70.000 Einwohnern. Ursprünglich war hier vor allem die Textilindustrie ansässig. Die Marke H&M stammt übrigens aus Borås.
Nach unserer Wanderung fand ein erstes Kennenlernen bei einem gemeinsamen Abendessen statt. Die schwedischen Schüler mitsamt Eltern und Lehrern begrüßten uns im gemütlichen Rahmen und wir überreichten unsererseits Gastgeschenke aus Bayern und Straubing. Hier wurden erstmals unsere Englisch-Kenntnisse auf die Probe gestellt. Denn die Unterhaltungen waren nur in dieser Sprache möglich. Danach ging’s zügig ins Bett, wir waren ja schon lange und viel auf den Beinen.
Am Mittwochmorgen nach dem Frühstück besuchten wir unsere Partnerklasse in ihrem Klassenzimmer. Das war verhältnismäßig klein. Insgesamt wirkte das Schulgebäude altmodisch. Wir erfuhren daraufhin, dass eine Sanierung oder ein Neubau im Gespräch ist. Also ähnlich, wie es bei uns am IfH damals ablief. Richtig überrascht waren wir von der Tatsache, dass jeder Lehrer und jeder Schüler von der Schule ein IPad zum Arbeiten und Lernen bezahlt bekommt. So wurde uns im Klassenzimmer ein Vortrag über die Stadt Borås natürlich als Präsentation mit dem IPad und großem Bildschirm vorgetragen. Dazu gab es Zimtschnecken, eine schwedische Spezialität. Zum Mittagessen begaben wir uns in die Stadt, wo wir in den „Borås Wok“ eingeladen wurden. Auch schwedische Schüler essen gerne am asiatischen Büffet! Im Anschluss daran besuchten wir gemeinsam das NAVET-Museum. Hier konnte man unterschiedliche Versuche zur Physik oder Mathematik selbst ausprobieren. Mit dem Abendessen und dem legendären „Wer-bin-ich?-Spiel“ (Samuel musste sich selber erraten!) endete der Tag.

Am Mittwochvormittag stand der Pressetermin der „Borås – Tidning“ (Zeitung in Borås) auf dem Programm. Es ist etwas Besonderes, dass deutsche Schüler an der Eriklundskolan zu Gast waren. Wir wurden fotografiert und auch auf Englisch interviewt. Mittlerweile fiel uns das Englisch-Sprechen schon etwas leichter, da wir uns ständig mit den Mitschülern und Lehrern unterhalten hatten. Daraufhin ging’s erneut in die Stadt zu einer besonderen Stadtführung. Uns wurden riesige Graffitis an Hausfassaden gezeigt und erklärt. In Borås gibt es nämlich das „No-Limits-Projekt“. Hierzu kommen bekannte Graffiti-Künstler aus aller Welt in die Stadt und gestalten, jeder nach seiner Idee, eine eigene Hausfassade. So sieht die Stadt viel bunter und interessanter aus. Am Nachmittag wurden wir von unserer Partnerklasse zum Schlittschuhlaufen in die nahe gelegene Eishalle eingeladen. Und um uns dann noch richtig auszupowern unternahmen wir wieder eine Wanderung durch schwedische Waldlandschaft zu einem idyllischen See. Natürlich waren wir noch immer fit wie ein Turnschuh! Wir besuchten abends sogar noch die Schuldisco und machten dort Party. Einige ließen es dort richtig krachen!

Unsere Gastgeber wurden es nicht müde, für tolles Programm zu sorgen. So auch am Freitag. Dies sollte unser letzter gemeinsamer Tag werden. Gleich am Vormittag gingen wir in die Stadt zu einer Graffiti-Wand. Hier erwartete uns Adam Algotsson, ein schwedischer Graffiti-Künstler aus Borås. Er bietet Workshops für Schüler an einer legalen Wand an. Mit Tipps und vielen Spray-Dosen von Adam kann jeder legal Graffiti-Kunst ausprobieren. Und wir durften das auch. Nachdem uns Adam mit Tipps und Schutzkleidung versorgte, suchte sich jeder von uns ein Stück Wand, um seine Ideen umzusetzen. Und das machte wirklich Spaß! Mit ein bisschen Hilfestellung nahmen die ersten Bilder bald Form an. Schade, dass die Zeit hierbei so schnell verging! Dies war für viele von uns eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung. Nach diesem Workshop kam für uns und die schwedischen Schüler der Zeitpunkt, um voneinander Abschied zu nehmen. Denn auch in Borås begann das Wochenende. Mit etwas Wehmut und vielen Versprechungen, uns in Straubing zu besuchen sowie zwischenzeitlich Kontakt zu halten, verabschiedeten wir uns voneinander. Ja, wir hatten die Schüler der Klasse 7-9c und ihre Lehrer schon lieb gewonnen und waren sehr dankbar für die schönen Tage in Borås.

Nun hatten wir den Freitagnachmittag zu unserer Verfügung. Wir entschieden, eine Kanu-Fahrt am ruhigen Fluss neben unserem Camping-Platz zu unternehmen. Die Boote und die nötige Ausrüstung durften wir uns vor Ort ausleihen. Schon wieder eine Herausforderung! Nicht nur das Fliegen, auch das Paddeln im Kanu war für viele neu. So begannen wir zunächst noch etwas vorsichtig auf dem Wasser, aber bald ging’s leichter und machte richtig Spaß. Leider kamen wir nicht so weit, wie wir es uns vorgenommen hatte. Denn ein Bootsteam legte sich dermaßen in die Kurve, dass das Boot kippte. So brachen wir unsere Paddel-Tour ab, weil die beiden Schüler tropfnass in die Unterkunft zurück mussten. Trotzdem war dies eines der schönsten Erlebnisse für uns alle.
Der Samstag wurde noch ein langer Heimreise-Tag für uns. Früh aufstehen und mit dem Bus nach Göteborg fahren war unser erster Programm-Punkt. Dort besuchten wir das UNIVERSEUM, ein großes Museum mit faszinierenden Tieren, Pflanzen und wissenschaftlichen Ausstellungen. Wir verbrachten über drei Stunden darin. Anschließend bummelten wir noch in der Innenstadt von Göteborg.
Um 19.00 Uhr startete dann unser Flieger Richtung Heimat. Zweifelsohne war es schön in Schweden und Borås mit unseren netten Gastgebern. Aber mittlerweile freuten sich viele darauf, wieder nach Hause zu kommen. Dahoam is einfach dahoam! Um 23.00 Uhr erreichten wir schließlich das IfH und konnten dann zwar müde aber glücklich unsere Eltern begrüßen.

In den Tagen danach sprachen wir in der Schule viel über den Schweden-Austausch. Alle waren sich einig, dass wir ganz tolle Erfahrungen mit den Leuten, ganz besonders mit den Schülern und Lehrern der Erikslundskolan, gemacht hatten. Das Programm, das sich unsere Gastgeber für uns einfallen ließen, war sagenhaft und ist nur schwer zu toppen. Wir sind schon am überlegen, was wir unseren Gästen im Mai bieten können, um ihnen Straubing mit seinen schönen Seiten näher zu bringen. Ganz besonders wichtig für uns war die Erkenntnis: auch wenn Englisch-Sprechen nicht super gelingt, man findet immer einen Weg, um sich zu unterhalten.

Wir freuen uns schon sehr auf das Wiedersehen in Straubing!

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